Streptokokken-Screening in der Schwangerschaft
Gesundheit
Streptokokken der Gruppe B kommen bei bis zu 30% aller Schwangeren in der Scheide und im Gebärmutterhals, in der Blase und im Darmende vor – meist symptomlos. Für das Baby stellen sie aber eine tödliche Gefahr dar! Deshalb sollten Sie sich bei Ihrer Hebamme über ein Streptokokken Screening informieren.
Eine sexuelle Übertragung ist möglich. Ein Kind kann sich auf dem Geburtsweg eine gefährliche Streptokokkeninfektion zuziehen. Dabei spielt die Hauptrolle nicht die vaginale Besiedlung der Mutter, sondern die bei etwa 10% der Streptokokkenträgerinnen bestehende Unfähigkeit, dauerhafte Antikörper (IgG) gegen diese Erreger zu bilden, bzw. an das Ungeborene über den Mutterkuchen weiterzugeben. Erhält das Kind von der Mutter keine Antikörper gegen Streptokokken, kommt es unter der Geburt besonders leicht zu einer Anheftung der B-Streptokokken an den Schleimhäuten des Kindes. Die Übertragung auf das Kind kommt in 50% der Fälle vor, davon erkranken (dem Himmel sei Dank) nur 0,5 bis 1% der Neugeborenen. Eine solche Infektion des Kindes ist mit einer hohen Säuglingssterblichkeit (20 bis 60%) behaftet! Die Frühform einer Streptokokkeninfektion tritt in den ersten Lebenstagen, oft in den ersten Stunden nach der Geburt auf. Leitsymptom sind Atemstörungen und ein Kreislaufzusammenbruch. Die Spätform tritt oft am Ende der ersten Lebenswoche oder zu Beginn der zweiten Lebenswoche (bis zur 12. Lebenswoche!) auf und geht mit einer Gehirnhautentzündung einher. Die Sterblichkeit ist mit 10 bis 20% deutlich geringer als bei der Frühform und trotzdem hoch! Schwangere können sich idealerweise zwischen der 35. und 37. Schwangerschaftswoche auf B-Streptokokken testen lassen (Cervix- und Vaginalabstrich). Fragen Sie Ihre Habamme danach, sie wird Ihnen weiterhelfen. Werden bei der Schwangeren Streptokokken nachgewiesen, sollte sie unter der Geburt ein Antibiotikum als Infusion (Penicillin G oder Ampicillin, bei Allergie andere) erhalten, um die Keimzahl zum Zeitpunkt der Geburt so gering wie möglich zu halten und damit das Infektionsrisiko für das Kind erheblich zu senken. Kinder von Streptokokkenträgerinnen müssen nach der Geburt streng überwacht werden (Pulskontrollen, Atemkontrollen, Temperaturkontrollen). Bei ersten Krankheitszeichen muß sofort antibiotisch behandelt werden.